150 Jahre Musikgeschichte

Die Kapelle

Im Jahre 1867 fügte der damalige Musikdirektor David Ignaz Walch dem Tänzelfest einen besonderen Glücksfall zu – die Tänzelfest-Knabenkapelle. Eine Geschichte voller Musik, Engagement und Leidenschaft.

Gründung und Aufbau

Im Jahre 1867 fügte der damalige Musikdirektor David Ignaz Walch dem Tänzelfest einen besonderen Glücksfall zu: die Knabenkapelle. Er hatte in Aichach schon eine ähnliche Formation begründet und wurde vom Kaufbeurer Bürgermeister Carl Haffner unterstützt. Der erste Auftritt fand zum Tänzelfest 1867 statt.

Wohlhabende Kaufbeurer Bürger statteten die Kapelle mit Uniformen und Instrumenten aus. In 12jähriger Tätigkeit gelang es Walch eine 30köpfige Bubenschar zu einem beachtenswerten Blasorchester auszubauen, in dem alle Holz-, Blech- und Schlaginstrumente einer „türkischen Musik" vertreten waren. Die Kapelle war in kürzester Zeit zu einer Hauptattraktion des Tänzelfestes geworden, die aus dem Festverlauf nicht mehr wegzudenken war.

Heutige Besetzung

50 Musiker/innen und 15 Trommler

Unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Wagner seit 2001. Die Aus- und Weiterbildung der jungen Musiker erfolgt an der Ludwig Hahn Sing- und Musikschule.

„Die jungen Musiker in den Uniformen der Kaufbeurer Bürgerwehr aus dem Jahre 1850 bestechen nicht nur durch ihr Erscheinungsbild sondern ganz besonders durch ihre Musik."

Chronik der Knabenkapelle

1867

Gründung der Tänzelfest-Knabenkapelle

David Ignatz Walch führt dem Tänzelfest einen besonderen Glücksfall zu: die Knabenkapelle. Mit Unterstützung von Bürgermeister Carl Haffner wird der erste Auftritt zum Tänzelfest 1867 realisiert. Wohlhabende Kaufbeurer Bürger statten die Kapelle mit Uniformen und Instrumenten aus.

1868

Musikdirektor Walch

Aufbau und Ausbildung

In 12 Jahren Tätigkeit baute Walch eine 30köpfige Bubenschar zu einem beachtenswerten Blasorchester auf, in dem alle Holz-, Blech- und Schlaginstrumente einer „türkischen Musik" vertreten waren. Die Kapelle wurde schnell zur Hauptattraktion des Tänzelfestes.

1880

Unterbrechung

Die Kapelle löst sich auf

Trotz ihrer großen Popularität gab es 1880 keine Knabenkapelle mehr, da sich Walch's Amtsnachfolger wohl keine Zeit für die Knabenkapelle nahmen.

1890

Neubeginn

Wiedergründung unter Fritz Roth

Mit Unterstützung der Bürgerschaft wird nach 10-jähriger Pause unter Musikmeister Fritz Roth die Kapelle neu gegründet. Sie lässt den Morgengruß durch die Kaufbeurer Straßen erschallen, schmettern den bayerischen Fahnenmarsch und rahmen die Spiele musikalisch ein. Nach Roth folgen Musikmeister Wörner und Schwemmer.

1907

Neue Uniformen

Uniformwechsel

Die alten bayrisch-blauen Militäruniformen werden durch neue ersetzt. Obwohl während des Ersten Weltkrieges kein Tänzelfest stattfand, probte die Kapelle bereits ab 1917 wieder und stand 1921 einsatzfähig zur Verfügung.

1927-36

Historische Uniformen

Bayrische Uniformen 1870

1927 erhielten die Musikanten neue bayrische Uniformen aus der Zeit um 1870 mit Raupenhelm und schwarzem Filzbüschel. Von 1928 bis 1936 stand die Kapelle unter der Leitung von Nikolaus Pankraz, einem ehemaligen Militärmusiker.

1948-49

Nach dem Krieg

Neubau der Kapelle

Nach dem 2. Weltkrieg baute Chordirektor Ludwig Hahn mit großem Engagement eine neue Knabenkapelle auf. 1948 waren es 10 Buben, 1949 schon 19, die in schwedischen Landsknecht-Uniformen auftraten.

1950

Pankraz Ära

Nikolaus Pankraz übernimmt

1950 wird die Kapelle von Nikolaus Pankraz übernommen. Unter seiner Leitung konzertiert sie in Fügen (Tirol), Apeldoorn (Niederlande), beim Oktoberfest München und am Gäubodenfest Straubing.

1956

Legendäre Uniformen

Uniformen der Bürgerwehr 1850

Die Kapelle erhält die Uniformen der Kaufbeurer Bürgerwehr von 1850, in denen die Musikanten bis heute auftreten und weltbekannt sind.

1959

Komposition

Kaufbeurer Zapfenstreich

Die Tänzelfest-Knabenkapelle führt den von Ludwig Hahn komponierten Kaufbeurer Zapfenstreich zum ersten Mal beim Tänzelfest auf – eine Komposition, die bis heute erklingt.

1967

Generationenwechsel

Josef Fuchs übernimmt

1967 übergab Nikolaus Pankraz die Leitung der Kapelle aus Altersgründen an Josef Fuchs, der seine erste musikalische Ausbildung selbst bei der Knabenkapelle erhalten hatte.

1975

Auszeichnung

Pro-Musica Plakette

Die Kapelle wird durch die Verleihung der Pro-Musica Plakette für ihr hundertjähriges Bestehen von Bundespräsident Walter Scheel geehrt.

1978

Trauer und Weitergabe

Josef Fuchs verstirbt

Der frühe Tod von Josef Fuchs im Jahre 1978 war ein schwerer Verlust für die Kapelle. Bis zur Verpflichtung eines neuen Leiters übernahm Stadtkapellmeister Georg Przybilla aus Marktoberdorf die Ausbildung.

1979-2000

Erfolgreiche Ära

Horst Moll – 21 Jahre Leitung

1979 wurde die Leitung Horst Moll übertragen. Er bildete die Musiker an allen Instrumenten selbst aus und leitete die Kapelle bis Ende 2000 sehr erfolgreich. Ab 1980 spielte sie in der Ober- bzw. Höchststufe bei den Wertungsspielen und erreichte fünf Mal die bestmögliche Bewertung „1. Rang mit Auszeichnung".

1984

Kulturpreis

Ludwig-Hahn-Preis

Die Tänzelfest-Knabenkapelle erhält den Ludwig-Hahn-Preis – den Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren – für ihre herausragende Arbeit.

2001

Heutige Leitung

Wolfgang Wagner

Seit 2001 wird die Tänzelfest-Knabenkapelle durch Dirigent Wolfgang Wagner geleitet. Neben der Kapelle wird seit den zwanziger Jahren auch ein Trommlerkorps geführt, seit September 2008 von Peter Wittmer ausgebildet.

2017

Jubiläum

150 Jahre Knabenkapelle

Die Tänzelfest-Knabenkapelle feiert ihr 150-jähriges Jubiläum mit einem Jubiläumskonzert. Aufgrund zunehmender Nachwuchsprobleme werden zum neuen Schuljahr Mädchen in der Kapelle aufgenommen.

Die Kapelle heute

Musik für Generationen

Mit Dirigent Wolfgang Wagner musiziert die Kapelle auf einem anhaltend hohen Niveau. Die jungen Musiker in ihren charakteristischen Uniformen sind längst weltweit bekannt und begeistern bei ihren Auftritten in In- und Ausland. Der Zusammenhalt in der Kapelle und die Kameradschaft sind neben der Freude an der Musik wichtige Merkmale der Tänzelfest-Knabenkapelle.